Juckreiz im Intimbereich ist eine unangenehme Angelegenheit. Die meisten Frauen sind davon mindestens einmal im Leben betroffen. Problematisch ist es, wenn der Juckreiz dauerhaft anhält oder immer wieder auftritt. Dabei gibt es zahlreiche Gründe für dieses Symptom. Manchmal ist nicht auf Anhieb klar, wodurch Juckreiz im Intimbereich ausgelöst wird. In jedem Fall solltest du versuchen, das Jucken schnell wieder hinter dir zu lassen. Hier erfährst du, welche Ursachen es für Juckreiz im Intimbereich geben kann und was du dagegen tun kannst. Der Artikel bezieht sich vorrangig auf das Jucken im Intimbereich der Frau, weil Juckreiz im Intimbereich bei Männern deutlich seltener ist.

Ursachen für Juckreiz im Intimbereich

Wenn Juckreiz die Scheide befallen hat, muss nicht immer ein Pilz dahinterstecken. Erfahre hier zahlreiche Gründe, durch die Juckreiz verursacht werden kann.

1. Pilzbefall

– Scheidenpilz

Scheidenpilz zählt zu den häufigsten Infektionen im Intimbereich. Es gibt vielfältige Gründe, wie es dazu kommen kann. Erfahre mehr in unserem Beitrag zum Thema Vaginalpilz.

2. Bakterienbefall

– Chlamydien

Diese sexuell übertragbaren Bakterien besiedeln Schleimhäute. Im Intimbereich betrifft das Harnröhre, Genitalien und Enddarm. Sie lösen Entzündungen aus, bei Frauen auch Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten. Meist gehen Chlamydien-Infektionen ohne Symptome einher, doch die Scheide juckt mitunter sehr stark. Weitere typische Symptome sind Brennen, Schmerzen und Harnröhrenausfluss. Frauenärzte können die Infektion sicher diagnostizieren.

– Bakterielle Vaginose

Die Bakterielle Vaginose ist keine Infektion, sie kann diese aber zur Folge haben. Es handelt sich um ein Ungleichgewicht zwischen Milchsäurebakterien der Vagina und zahlreicher anderer Bakterienarten. Dies nimmt der Vagina ihre Fähigkeit, sich selbst zu schützen. Symptome sind ein starker Juckreiz der äußeren Genitalien, grau-weißer Ausfluss, fischiger Geruch und Schmerzen.

3. Virenbefall

– Herpes Genitalis

Sexuell oder bei der Geburt übertragbare Herpes-Viren lösen den sogenannten Genitalherpes aus. Die Infektion verläuft oft symptomfrei. Ansonsten äußert sie sich durch juckende Haut, Entzündungen, nässende Bläschen rund um den Genitalbereich sowie Schmerzen beim Wasserlassen. Wer einmal infiziert ist, bleibt es sein Leben lang und sollte stets mit Kondomen verhüten.

– Feigwarzen

Bestimmte Humane Papilloma-Viren (HPV) verursachen Feigwarzen im Genital- und Analbereich und manchmal auch im Mund. Sie sind zunächst spitz und klein wie ein Stecknadelkopf. Unbehandelt nehmen sie aber immer mehr Raum ein. Meistens treten keine weiteren Infektions-Symptome auf. In manchen Fällen gehen sie aber mit Juckreiz, Brennen und Ausfluss einher.

4. Parasitenbefall

– Filzläuse

Diese Parasiten gelangen krabbelnd von Wirt zu Wirt. Sie suchen immerzu geeignete Hautstellen, um Menschenblut zu saugen. Beste Voraussetzungen dafür bietet ihnen die Schambehaarung, aber auch andere behaarte Körperstellen sind einladend. Haben sich Filzläuse einmal niedergelassen, machen sie sich durch starken Juckreiz bemerkbar. Filzläuse können mit bloßem Auge erkannt werden.

– Trichomonaden

Bei den in Deutschland eher seltenen Trichomonaden handelt es sich um winzige Geißeltierchen und Einzeller, die dazu führen, dass die Scheide juckt und brennt. Sie lieben das spezielle feucht-saure Millieu der weiblichen Geschlechtsorgane und der Harnröhre. Dort verursachen sie schwere Entzündungen, auch durch die zusätzliche Besiedelung mit weiteren Krankheitserregern. Diese machen sich durch eitrig-schaumigen Ausfluss, Fischgeruch, brennendes Wasserlassen, heftige Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und quälenden Juckreiz bemerkbar.

– Krätze

Die Krätzmilbe gräbt sich in die Haut ein, in der weibliche Milben ihre Eier ablegen. Besonders die Milbenausscheidungen haben ein unangenehmes Brennen und starken Juckreiz zur Folge – auch an nicht befallenen Körperstellen. Dann tritt zum Beispiel Scheidenbrennen auf. Der charakteristische Juckreiz fällt im warmen Bett viel intensiver aus. Befallene Körperstellen sind durch feine Linien und Knötchen erkennbar.

5. Scheidentrockenheit

Leidet die Vagina unter einer schlechten Durchblutung, scheidet sie zu wenig natürliche Scheidenflüssigkeit aus. Dadurch ist die empfindliche Schleimhaut nicht ausreichend geschützt – Infektionen und Entzündungen haben ein leichtes Spiel. Verschiedene Ursachen führen zur schlechten Durchblutung, darunter Hormonstörungen in Schwangerschaft und Stillzeit, psychische Probleme oder Operationen an Eierstöcken und Gebärmutter. Dies ist eine sehr häufige Ursache, wenn die Schamlippen jucken.

6. Nebenwirkung von Medikamenten

Einige Medikamente schwächen das Immunsystem, was sich auch auf den empfindlichen Intimbereich auswirkt. Dazu zählen neben Antirheumatika, Immunsupressiva und Chemotherapeutika vor allem Antibiotika. Antibiotika wirken nicht nur gegen schädliche Bakterien, sondern auch gegen die nützlichen Milchsäurebakterien der Scheidenflora. Dann kann es zu Infektionen wie Scheidenpilz und Brennen am Scheideneingang kommen.

7. Wechseljahre

In den Wechseljahren macht der weibliche Körper große, meist unangenehme Veränderungen durch. Vor allem der sinkende Östrogenspiegel sorgt für Schwierigkeiten, denn er verschlechtert die Durchblutung der Vagina. Darüber hinaus werden die Schleimhäute dünner und weniger elastisch. Insgesamt führen diese Veränderungen zu einer trockeneren Vagina, die sehr anfällig für verschiedenste Infektionen und Juckreiz ist.

8. Die Pille

Auch die Pille kann den Östrogenspiegel senken. Hier kommt es aber auf das Präperat an. Nicht jede Pille senkt den Östrogenspiegel und verschlechtert schließlich die Durchblutung. Falls du den Eindruck hast, dass deine Pille zu Scheidentrockenheit und Juckreiz führt, solltest du das Präperat wechseln oder ein anderes Verhütungsmittel wählen.

9. Psychische Ursachen

Manchmal hat Juckreiz keine körperlichen, sondern psychische Ursachen. Erkrankungen wie Depressionen, Ängste, Burn-out oder Zwänge lösen mitunter ebenfalls Juckreiz aus. Dieser kann am ganzen Körper auftreten, also auch im Intimbereich. Nicht immer muss eine Krankheit vorliegen, damit ein psychisch bedingter Juckreiz auftritt. Schlafmangel und Stress können die Reaktion ebenfalls verursachen.

10. Mangelhafte oder übertriebene Pflege

Du wäscht deinen Intimbereich mehrmals täglich? Oder reinigst du dich höchstens einmal die Woche? In beiden Fällen kann Juckreiz die Folge sein. Allerdings sind Frauen, die sich übertrieben oft waschen, häufiger betroffen. Der ständige Kontakt mit scharfen Waschlotionen zerstört die Scheidenflora. Sie kann sich nicht mehr vor Krankheitserregern schützen und wird befallen.

11. Zu enge Hosen

Enge Hosen sehen zwar schön aus, doch sie haben manchmal einen juckenden Intimbereich zur Folge. Dieser entsteht, weil in der Enge keine Luft zirkuliert. Die Haut wird feucht und reagiert mit Reizungen. Besonders heftig fällt die Reaktion aus, wenn die Hose zusätzlich an der Haut reibt und wunde Stellen erzeugt. Dann ist es auch möglich, dass die Vagina juckt.

12. Falsche Slipeinlagen, Binden oder Tampons

Hygieneprodukte bieten jeder Frau Sauberkeit und ein angenehmes Gefühl im Alltag. Doch nicht jede Frau verträgt jedes Produkt. Manche Produkte sind zum Beispiel mit einer feinen Plastikfolie bedeckt oder mit Duftstoffen versehen. Darauf reagieren besonders viele Frauen, indem ihre Vagina brennt. Doch manchmal ist auch nicht klar, warum bestimmte Hygieneprodukte Juckreiz auslösen. Es lohnt sich dann, eine neue Marke auszuprobieren.

13. Kontaktallergien

Zahlreiche Stoffe lösen bei Kontakt mit der Haut Allergien und Scheidenjucken aus. Im Intimbereich sind das vor allem Waschmittel und Weichspüler, Nickel in Intimschmuck, Latex in Kondomen und verschiedene Chemikalien, die zum Beispiel in billig produzierter Kleidung vorkommen. Tritt der Juckreiz plötzlich und heftig auf, solltest du sofort problematische Materialien von deiner Haut entfernen.

14. Misslungene Intimrasur

Die Intimrasur ist ein ständig wiederkehrendes Pflegeritual vieler junger Menschen. Doch wenn die Erfahrung fehlt, kann der Rasierer zu einem heftigen Juckreiz führen. Besonders brisant ist es, wenn du mit dem Rasierer gegen den Strich rasierst. Die Härchen kommen mit dieser Belastung oft nicht zurecht, wodurch eine starke Entzündungsreaktion an der beanspruchten Haut entsteht. Der Juckreiz kann viele Tage anhalten.

15. Diabetes Mellitus

Bei Diabetes spielt der Stoffwechsel verrückt. Zu den typischen Diabetes-Symptomen zählt trockene Haut. Die natürliche Hautbarriere lässt dadurch nach und diverse Infektionen haben schließlich freie Bahn. Darüber hinaus schädigt die Zuckerkrankheit schon im Anfangsstadium kleinste Nervenfasern in der Haut. Durch diese Schädigungen kann starker Juckreiz entstehen.

16. Autoimmunkrankheiten

– Lichen Sclerosus

Diese häufige chronische Krankheit macht sich durch Jucken und Brennen in der Scheide und außerhalb sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr bemerkbar. Die Symptome können schubweise auftreten. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die Krankheit wird häufig mit Pilzinfektionen verwechselt, obwohl keine Krankheitserreger nachweisbar sind. Weiße Beläge und Hautrisse an den äußeren Genitalien deuten auf einen Ausbruch hin.

– Schuppenflechte

Schuppenflechte tritt meistens außen an Ellenbogen und Knien auf, doch die seltene Variante Psoriasis inversa befällt stattdessen innenliegende Körperfalten. Davon kann auch der Intimbereich betroffen sein, bei Frauen beispielsweise der Schamhügel und die Schamlippen. Die Schuppenflechte äußert sich hier durch Juckreiz, Rötungen, Nässen, Brennen der Scheide sowie Schmerzen. Enge Kleidung verschlimmert die Symptome.

17. Eisenmangel

Eisen ist an zahlreichen Aufgaben des Körpers beteiligt. Ein Mangel kann unter anderem zu Juckreiz führen. Treten zusätzlich Symptome wie Müdigkeit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Haarausfall oder Kälteempfindlichkeit auf, solltest du bald deine Eisenwerte abklären lassen. Aber beachte folgendes: Schon einige Zeit, bevor ein Eisenmangel bei einer Blutkontrolle feststellbar ist, kann der Mangel einen Juckreiz im Körper auslösen.

18. Krebs

Die Scheide brennt? Aufgepasst bei Juckreiz an der Schamlippe! Auch das sogenannte Vulvakarzinom kann Juckreiz im Intimbereich auslösen. Das unangenehme Jucken gilt als häufigstes Symptom. Die seltene Krebsart befindet sich an den äußeren Schamlippen oder zwischen Klitoris und Harnröhrenöffnung. Blutiger Ausfluss, Schmerzen und Brennen können ebenfalls auftreten. Warzen- oder narbenartige Verhärtungen des Gewebes sind ebenfalls ein Anzeichen.

Mittel gegen Juckreiz im Intimbereich

1. Besuche einen Arzt

In vielen Fällen solltest du bei Juckreiz im Intimbereich einen Arzt aufsuchen. Er oder sie kann dir am besten helfen, wenn du von Bakterien, Viren oder Pilzen betroffen bist. Entsprechend deiner Diagnose bekommst du zudem das passende Medikament verschrieben, damit es dir bald wieder besser geht. Du erhältst nach einer ärztlichen Begutachtung auch gut wirkende Lösungen, Cremes oder Zäpfchen, oder kannst chirurgische Dienstleistungen (zum Beispiel zur Entfernung von Feigwarzen) und manchmal sogar eine Impfung (bei HPV) in Anpruch nehmen.

Achtung: Wir können keinen Arzt ersetzen, denn wir sind keine Ärzte. Konsultiere daher immer einen ausgebildeten und erfahrenen Mediziner, wenn es dir schlecht geht.

2. Hausmittel

Zur Linderung der Beschwerden bei Juckreiz in und an der Scheide haben sich einige Hausmittel bewährt.

– Joghurt

Joghurt baut die wertvolle Scheidenflora wieder auf, denn er enthält Milchsäurebakterien. Da es viele Gründe gibt, warum die Scheidenflora sich zurückzieht, kann Joghurt auch in vielen Fällen von Juckreiz im Intimbereich helfen – natürlich auch vorbeugend. Du kannst den Joghurt direkt auf der Vagina verteilen oder einen Tampon darin tränken und einführen.

– Aloe Vera Gel

Aloe Vera Gel ist ebenfalls als kühlend bekannt, doch es kann noch viel mehr: Es bringt Inhaltsstoffe mit, die natürlicherweise gegen Bakterien und Pilze wirken. Darüber hinaus wirkt das Gel entzündungshemmend, wundheilend und immunstimulierend. Achte beim Kauf darauf, dass das Gel nicht zu stark verarbeitet wurde.

– Manuka Honig

Ein weiteres natürliches Antibiotika ist Manuka Honig. Er wird äußerlich und innerlich verwendet. Dieser besondere Honig stammt unter anderem aus Neuseeland, wo er von Bienen aus dem Nektar der Südseemyrte gewonnen wird. Darüber hinaus werden ihm weitere wertvolle Eigenschaften zugesagt, darunter eine immunstimulierende, entzündungshemmende und antifungizide Wirkung. Einzelne, aber nicht jede Wirkung des Manuka Honigs, konnten bisher wissenschaftlich belegt werden.

– Propolis

Bei Propolis handelt es sich um einen Kittharz, der von Bienen im Bienenstock eingesetzt wird. Dort dient er nicht nur der Stabilität, sondern er bekämpft auch Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze und Viren. Einige Menschen schwören darauf, dass Propolis auch bei Juckreiz im Intimbereich hilft.

3. Cremes gegen Juckreiz im Intimbereich

– Vagisan Feuchtcreme

Scheidentrockenheit ist ein echtes Problem für Frauen, zum Beispiel in den Wechseljahren oder bei Einnahme der Pille. Dagegen hilft diese Creme. Sie ist frei von Östrogenen, feuchtigkeitsspendend und rückfettend. Vagisan Feuchtcreme ist übrigens bei Amazon erhältlich. Ein Rezept benötigen Sie nicht.

– Australien Bodycare

Vollständig natürlich, heilend und pflegend sind diese Produkte auf Basis von australischem Teebaumöl. Sie wirken nicht nur in akuten Fällen von Juckreiz, sondern auch vorbeugend. Dabei können die Produkte nicht nur im Intimbereich, sondern an vielen Körperstellen eingesetzt werden. Australien Bodycare gibt es rezeptfrei zu kaufen – zum Beispiel auf Amazon.

Intimpflege

Mit der richtige Pflege kannst du Juckreiz im Intimbereich gezielt vorbeugen.

1. Richtiges Maß finden

Wie oft sollten Frauen sich untenrum waschen? Wasche dich im Intimbereich möglichst einmal am Tag oder etwas seltener. Eine gesunde Vagina verfügt über einen Mechanismus zur Selbstreinigung, daher solltest du nicht allzu penibel vorgehen.

2. Meidung von aggressiven Chemikalien

Wasche deine Kleidung nur mit hautfreundlichen Reinigungsmitteln und wähle bei allen anderen Materialien, die mit deinem Intimbereich in Berührung kommen (wie Binden, Schmuck, Kondome, Unterwäsche) nur hochwertige, hautfreundliche Produkte aus.

3. pH-neutrale Intimwaschlotion verwenden

Verzichte beim Waschen des Intimbereichs auf scharfe Reinigungsmittel. Benutze nur reines Wasser oder pH-neutrale, unparfümierte Duschgels oder Seifen. Eine pH-neutrale Intimwaschlotion kannst du zum Beispiel auf Amazon kaufen.

4. Fachgerechte Intimrasur durchführen

Um Hautreizungen vorzubeugen, solltest du auch auf die richtige Technik bei der Rasur achten. Rasiere nur langsam und mit der Haarwuchsrichtung, nutze immer ein hochwertiges, pflegendes Rasiergel und verwende scharfe Rasierklingen. Auch solltest du dich nicht zu oft rasieren.

5. Passende Kleidung tragen

Damit die Luft rund um den Intimbereich gut zirkulieren kann und du nicht wund wirst, empfehlen wir dir gut sitzende Kleidung zu tragen. Diese sollte eher locker statt eng ausfallen.

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